Eine Studie aus dem Jahr 2005 brachte ans Licht, was bis dato nicht für möglich gehalten wurde: Koffeinfreier Kaffee kann schlimmere Folgen haben, als der Genuss des koffeinhaltigen Muntermachers. So wurden in der Studie mehr als 180 Testpersonen eingesetzt. Es gab drei Gruppen, eine Kontrollgruppe, die keinen Kaffee trank, eine Gruppe, die über drei Monate drei bis sechs Tassen schwarzen Kaffee mit Koffein tranken und eine Gruppe, die im gleichen Zeitraum die gleiche Menge koffeinfreien Kaffees zu sich nahmen.
Die Ergebnisse waren erschreckend
Um Veränderungen der Probanden festzustellen, wurden sie alle ärztlich untersucht. Insbesondere Blutdruck, Puls, Body Mass Index und verschiedene Blutwerte für Insulin, Fettsäuren und Cholesterin wurden dabei erhoben.
Im Rahmen der Untersuchungen ergab sich, dass der Wert des LDL-Cholesterins bei den Probanden, die koffeinfreien Kaffee zu sich nahmen, deutlich anstieg. Bei den Probanden, die koffeinhaltigen Kaffee oder gar keinen Kaffee tranken, blieben die LDL-Cholesterin-Werte dagegen gleich. Das LDL-Cholesterin wird dabei als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet, da es das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen deutlich erhöhen kann.
Auch das „gute“ HDL-Cholesterin wurde in der Studie natürlich untersucht. Dabei ergab sich, dass der Wert bei den übergewichtigen Probanden um stolze 50 Prozent anstieg, bei allen anderen Personen dagegen um 30 Prozent sank.
Fazit
Die Forscher betonen nun, dass der Sinn oder Unsinn von koffeinfreiem Kaffee nach wie vor nicht eindeutig belegt werden kann. So gehen sie davon aus, dass individuelle Faktoren eine wichtige Rolle spielen, wie der Anstieg des HDL-Cholesterins ausschließlich bei übergewichtigen Personen zeigt.
Zurückzuführen seien die unterschiedlichen Ergebnisse für koffeinhaltigen und koffeinfreien Kaffee unter anderem auch darauf, dass verschiedene Kaffeesorten verwendet würden. Für den koffeinfreien Kaffee braucht es demzufolge stärkere Kaffeesorten, da bei der Entkoffeinierung dem Kaffee wichtige Geschmacksträger, wie Flavonoide, entzogen werden.